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weiß ja, Du biſt ein guter Diener und Du biſt mir treu.“
Er ſieht dem Diener feſt in die Augen, aber die⸗ ſer weicht ſeinen Blicken aus und ſchlägt ſeine Augen nieder..
„Warum ſiehſt Du ſo verlegen aus, Friedrich? Biſt Du mir etwa nicht treu? Gehörſt Du etwa auch zu meinen Feinden und meinen Verfolgern?“ fragte er mit lauter, drohender Stimme.
„Nein, Herr Geheimrath, gewiß nicht“, erwiderte der alte Friedrich immer noch mit niedergeſchlagenen Augen,„niemals könnte ich zu Ihren Feinden, zu Ihren Verräthern, wie Sie ſagen, gehören; aber—“
„Nun, aber—?“
„Aber ich wollte den Herrn Geheimrath doch bitten, daß er mir meinen Entlaſſungsſchein ſchreibe.“
„Wie denn, einen Entlaſſungsſchein?“
„Das Quartal iſt um, und ich bitte um Ver⸗ zeihung, ich möchte den Dienſt verlaſſen.“
„Wie, Friedrich?“ fragte der Herr Geheimrath, in ſich erbebend, und legte die Hand auf die Lehne des Fauteuils, weil er fühlte, daß ſeine Geſtalt ſchwankte;„wie, Friedrich, Du willſt mich verlaſſen?“
„Ja, Herr Geheimrath, ich möchte in einen an⸗ deren Dienſt gehen.“


