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ſchon lernen, ſich zu beſſern. Sie ſagen, er habe keine böſen Gedanken? Er hat gefangene Rebellen befreien wollen! Nennen Sie das keine böſen Gedanken? Nun, ſo waren es böſe Thaten, und wir werden ihn dafür beſtrafen. Sie ſagen, er habe nichts Böſes gethan? Bei dem Verſuche, die Gefangenen in Frankfurt zu
befreien, welchen er mit ſeinen Freunden und mit
Andern unternommen, iſt die Schildwache erſchoſſen worden.“
„Aber nicht von ihm, nicht von meinem Sohne!“ ruft die Mutter, mit flehender, bebender Stimme. „Ich war eben bei ihm in ſeinem Gefängniß; ich habe ihn gefragt bei Allem, was ihm heilig iſt, bei der Erinnerung an ſeinen Vater, und er hat mir geſchwo⸗ ren, daß er es nicht geweſen, welcher auf die Sehild⸗ wache geſchoſſen.“
„So ſoll er denjenigen nennen, der es gethan!“ hörte Herr von. Tzſchoppe ſich ſelber mit barſcher Stimme ſagen.
„Das will er nicht und das kann er nicht!“ ruft die Frau ihm mit ſtolzem Ausdruck entgegen und ein edles Feuer blitzte aus ihren Augen.„Nein, Herr Geheimrath, nie wird mein Sohn ſich ſo erniedrigen, daß er, um ſich zu befreien, einen Anderen ins Ver⸗
derben ſtürzt! Er ſagt, er weiß es, wer es gethan;


