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kommen, daß Sie ein Verbrecher ſind. Weißt du es noch? Ich ſank nieder vor dir, auf meine Kniee, in Angſt und Verzweiflung und ſagte dir, daß mein Vater todkrank, vielleicht auf ſeinem Sterbebette läge, und daß er mich habe rufen laſſen! Ich beſchwor dich mit Thränen, du ſollteſt mich zu ihm abreiſen laſſen, um ſeinen letzten Segen zu empfangen, und ich ſchwur dir, daß ich dann zurückkehren und willig in die Gefangenſchaft gehen wollte. Aber du, du lachteſt über das, was du einen kindiſchen Vorſchlag nannteſt, und ließeſt mich verhaften! Als mein Vater das er⸗ fuhr, da tödtete ihn der Schlag und er ſtarb, und mich ließeſt du ſechs Jahre im Gefängniß ſchmachten, obwol mir nichts bewieſen werden konnte. Und ich ſäße noch im Gefängniß, wenn mich der König nicht begnadigt hätte. Wehe dir! Wehe dir!“
Er ſchrickt zuſammen und öffnet die Augen.
Hat wirklich eine Geſtalt vor ihm geſtanden, hat er wirklich dieſe Stimme gehört? Nein, es iſt Alles ganz ſtill! Niemand iſt da. Nur der Abend iſt mit ſeinen Schatten hereingebrochen, ſonſt iſt Niemand da, Niemand! Es iſt dunkel! Das iſt gut, da wird er dieſe ſchrecklichen Bilder nicht mehr ſehen. Jetzt wird er ſchlafen können.
Er ſchließt die Augen. Aber in ihm iſt es nicht


