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ihn zu ergreifen, dann wird ſein treuer Diener Fried⸗ rich ſie nicht einlaſſen, denn er liebt ſeinen Herrn.
„Ich bin immer gut und freundlich mit ihm ge⸗ weſen“, ſagt Tzſchoppe zu ſich ſelbſt und nickt ſich haſtig ſelbſt einen Gruß zu;„ja, ich bin immer freund⸗ lich und gut mit ihm geweſen. Ich gab ihm mehr Lohn, als er ſonſt irgendwo bekäme; ich habe ſeiner alten Mutter eine Stellung im Hoſpitale verſchafft, und ich habe ſeinem Vetter durchgeholfen damals, als er auch mit den rebelliſchen Studenten auf dem Ham⸗ bacher Feſte geweſen war.“
„Ja, ich habe ihm durchgeholfen!“ ſagte er ganz freundlich und laut.„Hätte ihn anklagen und ver⸗ haften laſſen können; aber ich ließ mich erweichen von den Klagen und den Bitten meines Dieners, und that für ihn, was eigentlich pflichtwidrig war: ich ließ einen Rebellen laufen. Ah, es iſt alſo nicht wahr, daß ich unerbittlich bin und daß ich niemals Mitleid geübt habe. Ich habe einen Rebellen laufen laſſen und bin gegen ihn gnädig geweſen, und das war ein Vetter von meinem guten Friedrich, und der Friedrich wird mich alſo gewiß nicht verrathen und verlaſſen.“
Er athmet hoch auf, wie er das denkt, läßt ſich auf den Lehnſtuhl nieder und ſtreckt ſich behaglich in
demſelben aus. Ach, wie wohlthuend das iſt, welch
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