Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

beiden Hände dar:Sie könnten mich dadurch erfreuen, daß Sie jetzt auch das Geſchenk, welches wir für Ihre Tochter beſtimmt hatten, annehmen möchten.

Sie meinen doch nicht das Reitpferd? fragte der Paſtor, indem er, wie von Schrecken ergriffen, ſich von ſeinem Sitz neben dem Bruder erhob.

Ja, das meine ich, lieber Herr Schwager, und ich bitte Sie recht herzlich, geſtatten Sie Ihrer Tochter, mit ihrer Couſine, hier, wo Niemand es ſieht und wo Niemand die jungen Mädchen beobachtet, durch Wald und Feld zu jagen. Es iſt ein köſtliches Vergnügen und wer es erſt einmal kennen gelernt hat, der weiß wie ſchön es iſt; alſo geſtatten Sie Ihrer lieben Toch⸗ ter, daß ſie das ſanfte Thier, welches wir ihr zum Reit⸗ pferd beſtimmt haben, annehmen darf.

Es thut mir leid, Frau Baronin, erwiderte der Paſtor mit ſtrenger Stimme;es handelt ſich hier nicht blos um ein großes Geſchenk, das ich annehmen ſoll, ſondern es handelt ſich um ein Princip. Nach meinen Grundſätzen ziemt es ſich überhaupt nicht für Frauen, hoch zu Roß vor den neugierigen Augen der Menſchen, und ſeien dieſe auch nur demüthige Dorf⸗ bewohner, ſich darzuſtellen; am allerwenigſten aber ziemt es ſich für eine Pfarrerstochter, ſo in ganz un⸗ paſſendem Aufzug zu erſcheinen; und wäre ich ſelbſt