22
laubte es mir“, ſagte der Baron.„Marco erzählte mir geſtern, daß Du geſagt, Deine alten Pferde ſeien ſteif und faſt untauglich, und da hoffte ich, Du würdeſt dieſe kleine Gabe Deines Bruders von mir annehmen, wenn Du auch ſonſt mir Alles verweigerſt, was ich ſo gerne Dir bieten möchte.“
„Es ziemt mir, demüthig zu ſein und nicht nach irdiſchen Gütern zu trachten“, erwiderte der Paſtor fromm.„Doch dieſe Gabe, welche Du eine kleine, ich eine ſehr große nenne, die nehme ich dennoch von Dir an, da ſie mich führen ſoll zu den Werken meines heiligen Berufes und mich geleiten ſoll auf heiligen Wegen. Ich danke Dir alſo, mein Bruder.“
„Und ich“, rief Olympia, ihre Arme um den Hals des Gatten legen und ihn zärtlich küſſend,„ich danke Dir auch, mein theurer, geliebter Alphons, daß Du in
ſo zartſinniger Liebe es verſtanden haſt, Deinen Bru⸗
der zu erfreuen. Denn nicht wahr, Herr Schwager, Sie haben ſich gefreut, und wenn Sie es thaten, ſo werden Sie mir jetzt auch eine Freude bereiten, als Dank für meinen lieben Alphons.“
„Und was, Frau Baronin, könnte ich, der demü⸗ müthige Knecht des Herrn, vollbringen, um Ihnen eine Freude zu machen?“
Sie trat dicht zu ihm heran und reichte ihm ihre


