Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
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man ihm, dem Gutsherrn, gebe, was des Gutsherrn iſt. So hätte der Baron von Schwing als der Patro⸗ natsherr wol die Verpflichtung gehabt, mit ſeiner Fa⸗ milie heute wie immer, ſeine Plätze einzunehmen auf dem hohen Chor der Kirche. Die Bauern und Bäue⸗ rinnen ſchauten verwundert und erſtaunt, wie ich ſehr wol bemerkte, hinauf nach dem Chor und vermißten da den Gutsherrn und ſeine Familie. Ich ſelber fühlte mich ganz verwirrt von Eurer Abweſenheit, und es ſtörte mich in meinen frommen Gedanken, Dich nicht zu ſehen, mein Bruder, und glauben zu müſſen, daß Du ſchwer erkrankt ſeieſt, da Niemand von den Eurigen erſchien. Ich war feſt davon überzeugt, und um Dich zu entſchuldigen bei denen, die mich nach beendigtem Gottesdienſte fragten, weshalb der Gutsherr nicht er⸗ ſchienen ſei, ſagte ich den Leuten, daß Du plötzlich heute Morgens erkrankt ſeieſt. Es war zum mindeſten eine fromme Bemäntelung Deiner unverzeihlichen Ab⸗ weſenheit.

Vergeben Sie mir, verehrter Herr Schwager, ſagte Olympia raſch,vergeben Sie mir, wenn ich Sie, falls es Ihrer chriſtlichen Liebe wiederum noth⸗ wendig erſcheinen möchte, aus Schonung für uns eine ſolche chriſtliche Unwahrheit zu ſagen, dann lieber nicht

meinen Gemahl als den Kranken und Leidenden zu 2*