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heiligen, weshalb kamet ihr alsdann nicht in die Kirche?“ fragte der Paſtor mit harter Stimme.
„Weil wir gewiſſermaßen einen Gottesdienſt der Erinnerung hielten!“ erwiderte ſein Bruder ſanft. „Schaue dorthin, Wilhelm, lies auf jener Marmorkuppel dort die Buchſtaben, welche die Sonne ſo hell be⸗ leuchtet. Vermögen Deine Augen die Schrift zu leſen?“
Der Paſtor preßte die Brauen feſter über den Augen zuſammen und blickte aufmerkſam hin nach dem Tempel.„Ja wol“, ſagte er dann, haſtig nickend,„ja wol, ich vermag das ſehr gut zu leſen; es ſteht dort geſchrieben:„Gedenket der Heimgegangenen!“
„Und wir gedachten ihrer“, ſagte der Baron. „Wir erinnerten uns der Zeiten, da wir unſeren Sonntagsgottesdienſt inmitten der freien Natur unter dem Dome der grünen Bäume hielten, und da der Vater meiner Olympia mit ihren Brüdern bei uns weilte. Es gab für uns damals keine Kirche; aber wir feierten unſeren Sonntag mit andächtigem Herzen, und unſer Vater übernahm die Stelle des Prieſters. Wir wollten heute einmal einen Sonntagsgottesdienſt feiern, wie wir es jahrelang im Urwald gethan, und das iſt die Urſache, weshalb wir heute nicht in der Kirche erſchienen ſind.“
Mühlbach, Proteſtantiſche Jeſuiten. III 2


