Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
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Dann heftete er das Auge auf den Sohn hin und ſagte nur das Eine Wort:Lotti.

Marco holte aus dem Muſtkſchranke ein anderes Heft hervor, das er auf das Muſikpult legte.Singet uns das Duett, ſagte der Baron leiſe.

Marco winkte der Schweſter, und mit lauten Jubeltönen und dann wieder in Klagen verhallend und zitternd in Schmerz und Wehmuth, die wieder dann dem begeiſterten Jubel des frommen Gemüthes weichen mußte, ſangen ſie Beide das große Duett von Lotti, die Klage um die Heimgegangenen, um die geliebten Todten, die fromme Zuverſicht auf ein Wiederſehn dort oben.

Als die beiden Stimmen verhallt waren in einem letzten, jubelnden Accord, verſtummte das Inſtrument und der Vater erhob ſich von demſelben.

Gedenket der Heimgegangenen, ſagte er mit ernſter Stimme und neigte tief ſein Haupt.Grüßet diejenigen, welche nicht mehr ſichtbar bei uns und doch immer von uns geſchieden ſind. Grüßet ſie mit andächtigem Herzen; gedenket der ſchönen Tage, die wir im ſeligen Frieden in dem großen Dome Gottes, in dem Urwalde, verlebten. Damals waren diejenigen, deren wir heute gedenken, noch bei uns und ihre Ge⸗ ſichter leuchteten uns entgegen und ihre Augen weilten