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„Du liebſt mich?“ ſagte der Baron mit ſanfter Stimme,„Du liebſt mich und Du fürchteſt für mich?“
„Ja, ich fürchte, daß dieſes rauhe Klima Ihnen ſchadet, und ich möchte Euer Gnaden beſchwören, daß Sie es verlaſſen und wieder heimkehrten nach dem ſchönen Süden.“
„Haſt alſo auch Sehnſucht nach dem Süden?“ lächelte der Baron.„Ja, ja, man wandelt nicht un⸗ geſtraft unter Palmen! Mich ſtraft die Heimath da⸗ für, daß ich es ſo lange that; ſei aber ruhig, Ludwig, wir wollen auch fortziehen von hier, ich habe es be⸗ ſchloſſen und Alles bedacht! Ja, wir wollen fortziehen, mit dem nächſten Frühling ganz gewiß.“
„Warum nicht jetzt, Herr Baron?“ flehte der alte Mann;„die rauhen Herbſtſtürme beginnen ſchon zu heulen und zu pfeifen in der Nacht, daß es Einem grauſt in den Betten, und daß man ſich gar nicht mehr retten kann vor Froſt und Kälte. Aber es wird
noch viel ärger kommen, viel ärger! Sie wiſſen ja,
wie es voriges Jahr war, daß man wochenlang nicht aus dem Hauſe kommen konnte und wochenlang der Froſt mit ſo dicken Eisblumen an den Fenſtern ſaß, daß man nicht hinausſchauen konnte.“
„Ich weiß, guter, alter Ludwig! Man ſollte mei⸗ nen, Du wäreſt ein Kind des Südens; aber wir haben


