Teil eines Werkes 
2. Band (1873)
Entstehung
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es Beide in zwanzigjähriger Abweſenheit verlernt, Nord⸗ länder zu ſein! Uns friert, Ludwig, wir wollen von dannen ziehen. Doch nun beeile Dich, guter Ludwig, mache Alles bereit, und ich wiederhole Dir, ſei ver⸗ ſchwiegen, ſprich zu Niemandem von Deinen Befürch⸗ tungen und zeige Niemand das Tuch. Still, verbirg es raſch, ich höre die Stimme meiner Frau.

Der alte Ludwig hatte kaum noch Zeit, das blut⸗ getränkte Tuch in ſeiner Taſche zu verbergen, als die Thür haſtig geöffnet ward und zwei Damen in der⸗ ſelben erſchienen, Beide mit lachenden Geſichtern, mit fröhlichen Mienen, Beide jung und ſchön, als wären 1 es zwei Schweſtern, und doch war die eine die Mutter der anderen.

Dieſe ſchöne, ſchlanke Geſtalt, die zuerſt eintrat, dieſe Frau mit dem ſchwarzen, glänzenden Haar, mit den großen, flammenden ſchwarzen Augen, mit den roſigen Wangen und der klaren, hohen Stirn, das war die Mutter, das war Olympia, die Gemahlin des Baron von Schwing; und dieſe kleinere, jugendlichere

Geſtalt mit dem lichtbraunen Haar und den großen

blauen Augen ihres Vaters, mit den ſanft gerötheten Wangen und den purpurrothen Lippen, das war die Tochter Marie, das Kind des Nordens und des Sü⸗ dens zugleich; von dem Vater hatte ſie die blauen,