Teil eines Werkes 
2. Band (1873)
Entstehung
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landes und ſeines Königs und zog hinaus zur Schlacht wider den franzöſiſchen Tyrannen. Wenige Wochen ſpäter brachte man ihn als Leiche heim in die Arme ſeiner trauernden jungfräulichen Wittwe. Da ſenkte eine Wolke der Traurigkeit ſich über ſie, und einſam und im tiefen Jammer klagte ſie nur Gott ihr Leid und ſchloß ſich ab von den Menſchen in ihres Herzens düſterer Traurigkeit. Aber da war es Gott, welcher ihr Hilfe und Troſt ſendete in der Geſtalt des frommen, jungen Predigers Johann Wilhelm Ebel. Er nahm von ihrer Stirne die Wolke der Traurigkeit; er lehrte ſie auf⸗ blicken zu Gott dem Erhabenen; er lehrte ſie, daß man fröhlich ſein müſſe in der Traurigkeit und muthig in der Entbehrung; er ſtählte ihr Herz mit freudigem Nuth; er begeiſterte ſie zu neuem Glauben und zu neuer Liebe. Und in dieſer heiligen, reinen, übermenſch⸗ lichen Liebe ging ſie ein in das neue Leben, welches Ebel ihr geſchaffen als ein neues Weib: ein Weib des Lichtes, ein Weib der Klarheit, der Begeiſterung. Und die Jahre flatterten an ihr vorüber und ließen keine Spur zurück auf ihrer Stirne. Immer noch er⸗ ſchien ſie als ein junges, ſchönes Mädchen, obwohl ſchon mehr als vierzig Jahre an ihrem Haupte vor⸗ übergezogen waren.