Aber nahe bei dieſer Kirche ſteht eine ſchöne Kapelle, geſegnet ſchon aus den Zeiten der deutſchen Ritter, welche vor den Verfolgungen der Andersgläubigen ſich hieher retteten und in der heiligen Kapelle der reinen Lehre ihres Glaubens huldigten. Jetzt gehört dieſe Kapelle der Brüdergemeinde und dort hat der fromme Archidiaconus für ſich und die Seinen eine Zuflucht gefunden. Dies beweiſt, Excellenz, daß es den Gläubigen nie an Muthefehlt, und daß ſelbſt die⸗ jenigen, welche ſich nicht zu dem Archidiaconus beken⸗ nen, doch ihn erkannt haben als einen reinen und edlen Geiſt. Hier ſind wir in der Langgaſſe, Excellenz. Nun noch einige Minuten und wir haben unſer Ziel erreicht.“
Schweigend und eilig gingen ſie weiter und ſtanden jetzt vor der düſteren kleinen Kapelle der Vrüderge⸗ meinde. Einem Manne, der an der Pforte derſelben ſtand, flüſterte der Paſtor leiſe und haſtig einige Worte zu. Er öffnete ſofort die Thür und hieß ſie eintreten. Eine ſchmale knarrende Holztreppe hinauf geleitete er ſie in einen kleinen düſteren Raum, in welchem ſich nichts weiter befand als ein hölzerner Riegel an der Wand, an welchem ſchon viele Klei⸗ dungsſtücke und Hüte aufgehangen waren.
„Laſſen wir hier unſere Sachen, denn nur unbe⸗


