Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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lichen Forderungen mir nahen ſollen. Nehmen Sie die Adreſſe zurück, meine Herren, ich will ſie nicht

empfangen. Geben Sie dieſelbe, wenn Sie wollen,

an meinen Generaladjutanten von Thiele. Es ſoll Ihnen dann durch mein Miniſterium die Antwort werden. Was wir hier privatim geſprochen, bleibt privatim. Gehen Sie.

Ohne Gruß, ohne weiteres Wort wendete der König den Herren den Rücken zu und verließ das Gemach.

Draußen im nächſten Zimmer ſtand der Kammer⸗ herr Sr. Majeſtät, ehrfurchtsvoll und geneigten Haup⸗

tes und erwartete, daß der König an ihm vorüber⸗

ſchritt. Aber Se. Majeſtät blieb vor ihm ſtehen und ſchaute ihn an mit einem grollenden Blicke. Ich habe die Ehre, zu bemerken, daß Sie ein

Tölpel ſind, ſagte Se. Majeſtät mit lauter herrſchen⸗

der Stimme.Ja, mein Herr Kammerherr, ein rech⸗ ter Tölpel, der ſich wenig auf ſeinen Dienſt verſteht. Eine Ergebenheitsadreſſe, meinten Sie, brachten dieſe Herren? Ein Kammerherr muß beſſer wiſſen, was geſchieht, und nicht mit ſolcher Narrethei kommen. Ich bitte Sie, meinen Hof zu verlaſſen und auf Ihren Gütern ſich bekanntzumachen mit den Pflichten eines Kammerherrn.