Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Friedrich Wilhelm III. in den Tagen, da er ſein Volk aufrief, zu kämpfen wider den Feind, der Deutſchland verheerte, mit feierlichem Wort ſeinem Volke das Ver⸗ ſprechen gab, ihm nach den Tagen des Kampfes eine Verfaſſung zu verleihen. Es ſind ſeitdem ſiebenund⸗ zwanzig Jahre vergangen, ohne daß das Wort zur That geworden, ſiebenundzwanzig Jahre, daß das preu⸗ ßiſche Volk auf die Erfüllung dieſes Wortes hofft. Wir, die Stände der Provinz Preußen, wir erlauben

uns in Demuth, Treue und Ergebenheit, unſeren erha⸗

benen König jetzt zu erinnern an dies Wort. Wir ſind bereit, freudig und willig, alle unſere Privilegien, alle unſere Vorrechte als Stände zu opfern und hin⸗ zugeben, und bitten Eure Majeſtät, daß es in Ihrer Weisheit, Güte und königlichen Vaterliebe Eurer Majeſtät gefallen möge, Ihrem preußiſchen Lande eine reichsſtändiſche Verfaſſung zu verleihen und Nicht weiter, unterbrach ihn der König mit lauter, zorniger Stimme,nicht weiter, meine Herren, wenn ich bitten darf! Ich werde dieſe Adreſſe nicht annehmen und werde das unehrerbietige Verlangen, das dieſe Herren an mich zu ſtellen wagen, nicht an⸗ erkennen als den Ausdruck der Geſinnungen meiner treuen Stände. Seien Sie zufrieden, wenn ich dieſes ganz unehrerbietige Betragen nur als eine ideale