Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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bitten, um mir eine Adreſſe zu überreichen. Ich habe ſie gern angenommen, denn ich liebe vor allen Dingen den Adel Preußens, der ſich in den Tagen der Noth und des Kummers ſo treu dem Königshauſe be⸗ währt hat. Nun alſo, Sie kommen als Mitglied einer Deputation zur Ueberreichung einer Ergebenheitsadreſſe. nicht wahr?

In gewiſſem Sinne, Majeſtät, gewiß eine Erge⸗ benheitsadreſſe, erwiderte der Baron, ein wenig

zögernd. In gewiſſem Sinne? fragte der König, die

Augen zuſammenkneifend, um in ſeiner Kurzſichtigkeit das Geſicht des Barons beſſer ſtudiren zu können. In gewiſſem Sinne, wie meinen Sie das? Eine Ergebenheitsadreſſe hat nur Einen Sinn, es iſt eine

Verſicherung der Ergebenheit, des Gehorſams und der

Treue Ich geſtehe, daß mich deshalb das Anſuchen ein wenig frappirt, denn die Herren des preußiſchen Adels und der preußiſchen Stände haben mir geſtern erſt den Eid der Treue geleiſtet. Wozu bedarf es denn nun noch einer Adreſſe?

Majeſtät, ich bitte um Vergebung, wir haben dem König den Schwur der Treue geleiſtet aus vollem Herzen, doch wir nahen jetzt auch unſerem König mit einer ergebenen Bitte.

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