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dem Hauptgute die Stelle eines Pfarrers eingenom⸗
men hatte.“
„Ach, das iſt ſchön, das freut mich“, ſagte der König;„ich liebe es, wenn auch die Edelleute ſich dem heiligen Beruf weihen. Man dient ſeinem Könige mit dem Schwert, ſeinem Gotte mit dem heiligen Wort, und ein frommer Prediger iſt allemal auch ein Edel⸗ mann. Ich danke Ihnen, mein lieber Baron; Ihre Geſchichte hat mich wirklich ganz außerordentlich in⸗ tereſſirt“, fuhr der König dann mit einem freundlichen
Neigen ſeines Hauptes fort;„außerordentlich intereſſirt“,
wiederholte er.„Sie ſollen ſie der Königin erzählen, meiner theuren Gemahlin. Ja, ja, kommen Sie, ich will Sie ſogleich zu ihr führen.“
„Majeſtät“, ſagte der Baron ſich tief verneigend,
nich bitte um Verzeihung, wenn ich mir erlaube, daran
zu erinnern, daß ich nicht die Ehre habe, als Privat⸗ mann vor Eurer Majeſtät zu ſtehen, ſondern als Mit⸗ glied einer— Deputation.“
„Ah, es iſt wahr. Sie ſehen, wie mich Ihre Erzählung intereſſirt hat; ich vergaß darüber ganz und, gar, daß Sie, wie Sie richtig ſagen, nicht als Pr r⸗ vatmann vor mir ſtehen. Nun ſagen Sie, was will die Deputation? Man hat mir geſagt, daß einige
Herren vom preußiſchen Adel mich um eine Audienz
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