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und es kultiviren ſollte. Aber das Schickſal war mir eben nicht günſtig geſinnt, und ſchon am dritten Tage
nach meiner Ankunft in Newyork ward mir von einem
lauen Langfinger meine Brieftaſche geſtohlen. Ich⸗ gfing he geſtoh Ich war arm und einſam in der Fremde, ohne irgend
einen Bekannten, einen Freund. Doch nein, Majeſtät, ich war eben ungerecht; ein Freund war mit mir ge⸗ gangen, das war mein guter Muth. Und eine neue Bekanntſchaft machte ich, die ich bald zu meiner wärmſten und treueſten Freundin erwählte.“
„Und wie hieß dieſe neue Bekanntſchaft?“ ragte 7) g
der König lebhaft.
„Die Arbeit“, erwiderte der Baron, indem er, gleichſam als begrüße er einen erhabenen Geiſt, von ſeinem Sitze ſich erhob und ſich neigte.„Die Arbeit — Majeſtät, das war die neue Bekanntſchaft, die ich in Amerika machte, das war die Freundin, welche an meiner Seite ſtand und welche, da ich verzagen wollte, mir die Hand reichte und mich aufrichtete und tröſtete.“
Friedrich Wilhelm ließ ſeine kleinen blauen Augen mit einem ſeltſam forſchenden Blick auf der hohen, ſchlanken Geſtalt des Barons auf⸗ und abſchweifen, und wie eine unbehagliche Ahnung überkam es den König.
„Die Arbeit“, ſagte er, haſtig das Haußt ſchüt⸗
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