Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Se. Majeſtät der König die Duellgeſetze ſehr ſtrenge verſchärft, weil damals in Folge der politiſchen Ver⸗ änderungen ſehr viele Duelle im Militär ſtattfanden. Ich ward zu fünfzehn Jahren Feſtung verurtheilt. Und in der Feſtung Weſel am Rhein ſollte ich meine Haft verbüßen. Aber die Liebe, die Zärtlichkeit meines Vaters rettete mich. In dem dunklen Wald, den wir in der Nacht paſſirten, ward der Wagen, in welchem man mich transportirt hatte, überfallen. Mein Vater ſelbſt, deſſen Unſchuld inzwiſchen klar geworden, und den man ſeines Arreſtes entlaſſen, war mit einigen ſeiner Leute zu meiner Befreiung herbeigeeilt. Er brachte mich ſelbſt nach Bremen, gab mir eine Summe Geldes und ſchon am anderen Tage trat ich, begleitet von den Segenswünſchen meines Vaters, die Reiſe nach Amerika an.

Und da blieben Sie zwanzig Jahre?

Zwanzig Jahre und länger, Majeſtät. Und ich darf ſagen, es war anfangs eine harte Zeit und eine ſchwere Prüfung; mein Vater, der ſelber nicht reich war, denn unſere Güter waren verfallen, da es nach dem Kriege an Mitteln fehlte, ſie gut zu kultiviren mein Vater hatte mir indeſſen doch aus ſeiner Dürf⸗ tigkeit eine ziemlich bedeutende Summe Geldes gege⸗

ben, damit ich mir dort drüben ein Stück Land kaufen

Mühlbach, proteſtantiſche Jeſuiten I. 8 12