Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Ja, Majeſtät, ich habe heute zum erſtenmale die Ehre, vor Eurer Majeſtät zu erſcheinen.

Und woher kommt das? fragte der König. Sagen Sie doch, mein lieber Herr Baron, warum haben Sie ſich nicht mir ſchon in Berlin, als ich noch Kronprinz war, vorſtellen laſſen? Oder beſuchten Sie niemals den Hof?

Majeſtät, ich war lange Jahre im Ausland.

Wo?4

In den Freiſtaaten von Nordamerika.

Ah bah, wie abſcheulich das klingt! ſagte der König mißmuthig.Ein einziges Wort und doch ſo viel Lüge in dem einen Worte: Frei und Staat! Die beiden Begriffe vertragen ſich nicht miteinander, und den beſten Beweis davon gibt Amerika ſelber. Die Herren Bourgeois renommiren damit, daß ſie in ihrem ſtolzen Dünkel keinen König über ſich haben, vor dem ſie ſich in Demuth beugen müſſen. Das iſt eine dumme Lüge. Ihr König iſt das goldne Kalb, und ſie beugen ſich vor ihm bis zur Erde und beten an den Belial in ihrem heidniſchen Uebermuthe. Wie konnte ein preußiſcher Edelmann ſich nur entſchlie⸗ ßen, lange im Lande der Krämer und Jobbers zu wohnen! Denn, nicht wahr, Sie ſagten, Sie waren lange dort?