Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Still, ſtill! ruft es aus der Menge. Und dro⸗ hende Fäuſte heben ſich empor gegen denjenigen, der es wagen kann, durch ſo lautes Geräuſch die feier⸗ liche Stille zu unterbrechen.

Doch der Wagen donnert lauter heran, und jetzt dicht vor dem Palais hält er an. Einige von den Leuten erkennen jetzt den, welcher im Wagen ſitzt. Ein Murmeln geht durch die Menge.

Das iſt der Kaiſer von Rußland. Er kommt, ſeinen Schwiegervater noch zu begrüßen.

Ja, es iſt der Kaiſer Nicolaus von Rußland. Er ſchaut auf die Menge und ſein Geſicht wird blei⸗ cher. Und ehe noch der Lakai Zeit hat, vom Wagen zu ſpringen und den Kutſchenſchlag zu öffnen, hat ſich die ſchlanke, ſtolze Geſtalt im Wagen ſchon erhoben und iſt haſtig aus dem Wagen geſtiegen. In dieſem Moment iſt ſelbſt der Kaiſer nur ein Leidtragender und ein Trauernder. Mit einem leichten Neigen ſeines Hauptes wendet er ſich zu der Menge hin und ruft mit lauter Stimme:Der König lebt noch?

Ja, ja, tönt es ihm entgegen von tauſend und tauſend Lippen,der König lebt noch!

Es bildet ſich ſchnell eine Gaſſe zu beiden Seiten der Rampe. Der Kaiſer, eng in ſeinen Militairman⸗ tel gehüllt, ſchreitet hindurch, die Rampe herauf und