Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

verſchwindet jetzt in der Thür des Palais, die ſich leiſe hinter ihm ſchließt.

Drinnen iſt Alles ſtill. Die Lakaien, welche weinend auf dem Vorplatz ſtehen, neigen ſich in tiefer Ehrfurcht vor dem Kaiſer, er winkt ihnen mit der Hand zu und ſchreitet hinauf die mit Teppichen belegte Treppe, tritt ein in das Vorzimmer, in welchem die Diener auf den Knien liegen und weinen. Sie achten nicht auf den hohen Herrn, der an ihnen vorüberſchrei⸗ tet, hinein durch die offene Thür in das Gemach, in welchem eben ein König ſterben will!

Dort auf dem einfachen Feldbett, dort liegt lang ausgeſtreckt eine bleiche Geſtalt, auf welche der Tod ſchon ſeine Hand gelegt. Die Augen ſind geſchloſſen, der Athem geht ſchwer hervor aus den bläulichen, zuckenden Lippen.

Rings um das Lager ſtehen ſeine Kinder. In dieſem Augenblicke ſind ſie nicht Kaiſerinnen und Kö⸗ niginnen, nicht Fürſten und nicht Prinzen, es ſind die Kinder des Sterbenden. Ihre Augen ſind alle umdüſtert von Thränen; ihre Hände ſind gefaltet, ſie ſchluchzen und weinen leiſe.

Nur zwei Augen ſind geöffnet, groß geöffnet und ſchauen nieder zu dem Sterbenden. Das ſind die großen, tiefen blauen Augen jenes Chriſtuskopfes, der