Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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verlaſſen! Dort hatte Hortenſe das ſchmerzlich ſüße Glück gehabt, durch ihre zärtliche Theilnahme ihm den Moment zu verſüßen, wo alle Welt ihn verließ, wo er von der Höhe des Ruhms in die tiefen Ab⸗ gründe des Unglücks hinabſtürzte.

Aber ach, die heimkehrende Königin Hortenſe ſollte nicht einmal die Genugthuung haben, ihrem Sohn dies von ſo vielen Erinnerungen geheiligte Schloß, welches einſt ihr Eigenthum geweſen, zu zeigen! Der jetzige Beſitzer deſſelben hatte ſtreugen Befehl gegeben, das Schloß nur gegen vorher von ihm erhaltene Ein⸗ laßkarten zu öffnen, und da Hortenſe deren nicht beſaß, waren alle ihre Bitten vergeblich.

Man wies ſie grauſam zurück von der Pforte des Schloſſes, in welchem ſie in früheren Tagen von ihren ergebenen Freunden und Dienern immer mit ſo viel Freude war empfangen worden!

Traurig, ihre Augen von Thränen umdüſtert, wandte ſie ſich ab, und kehrte, auf den Arm ihres Sohnes gelehnt, in ihren Gaſthof zurück.

Schweigend und ſtiill ſetzte ſie ſich neben ihm nie⸗ der auf die Steinbank, die da vor dem Hauſe ſtand, und blickte hinül er nach dem Schloß, in dem ſie einſt ſo ſchöne und bebeutungsvolle Tage durchlebte. Ach ſie hatte in Frankreich nur Gräber aufzuſuchen, und fühlte ſich jetzt ganz allein mit ihren Erinnerungen

und ihrer Vergangenheit!

Es iſt wohl natürlich, flüſterte ſie leiſe vor ſich

hin, daß die Abweſenheit uns von Denuen vergeſſen macht, welche das Glück hatten, in der Heimath zu bleiben. Aber für Diejenigen, welche auf fremde Erde hinausgeſtoßen wurden, ſteht das Leben des Herzens ſtill, und die Vergangenheit iſt ihnen Alles, die Gegenwart und die Zukunft iſt im Exil

bedeutungslos. In Frankreich iſt Alles vorzoe ts