Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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193 .. geſchritten, hat ſich Alles verwandelt, ich alleim bin übrig geblieben mit meinen Empfindungen unverän⸗ derter Liebe und Treue! Ach, wie traurig ultd ſchmerz⸗ voll iſt es, vergeſſen zu werden!*) Wie ,2

Auf einmal ward ſie unterbrochen von d ten eines Claviers, welches in ihrer unmittelbaren Nähe ertönte. Hinter der Bank, auf welcher ſie ſaßen, befanden ſich die in den Salon des Gaſthofes führenden Fenſter. Die Fenſter waren geöffnet, und mit größter Deutlichkeit konnte man jeden Ton der Muſik vernehmen, welche drinnen in dem Salon er⸗ tönte.

Jetzt ward das Spiel von einer weiblichen Stimme unterbrochen, welche ſagte:ſinge uns ein Lied, meine Tochter. 7

Was für ein Lied? fragte eine andere jugend⸗ lichere Stimme.

Nun, ſinge uns das rührende, ſchöne Lied, das Dir Dein Bruder geſtern aus Paris mitgebracht. Das Lied von Delphine Gay, zu welchem Herr von Beauplan die Muſik gemacht. 1

Ach, Du meinſt das Lied von der Königin Hor⸗ tenſe, welche als Pilgerin nach Paris kommt? Du haſt Recht, Maman, es iſt ein gar ſchönes und rüh⸗ rendes Lied, und ich will es Dir ſingen!

Und das junge Mädchen ſchlug kräftiger auf die Taſten, und begann das Präludium zu ſpielen.

Draußen auf der Steinbank vor dem Gaſthauſe ſaß die einſtige Königin Hortenſe, jetzt die arme, ver⸗ einſamte Pilgerin. Nichts war ihr geblieben von

dem herrlichen Einſt, als ihr Sohn, welcher neben

ihr ſaß! Beide Hand in Hand, Beide athemlos vor

*) Der Herzogin eigene Worte, Siehe: Voyage en Halie ete. 3 Herzog p. 305. 8

Königin Hortenſe. II.