Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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nicht die mindeſte Furcht, zur größten Freude ſeines Onkels. Aber die Generale zitterten, den Kaiſer ſich ſo in Gefahr ſetzen zu ſehen; der Ladeſtock eines Un⸗ geſchickten konnte ihm hier eben ſo gefährlich werden, als eine Kugel.

Inmitten dieſes impoſanten Schauſpiels über⸗ rraſchte mich der Contraſt, den die Truppen darboten, die, dem Feinde gegenüber glühten vor Tapferkeit und Entſchloſſenheit, und in den Tagen der Ruhe guten gelehrigen Kindern glichen, die ſich mit einer Blume, einem Vogel beluſtigen konnten. Der ver⸗ wegenſte Krieger verwandelte ſich da oft in den lern⸗ begierigſten Schüler.

Zu dieſem Dojeuner, welches der Marſchall Da⸗

vonſt mir in ſeinem Zelt gab, hatten die Grenadiere ſich einige Lieder eingeübt, und kamen mit der Zag⸗ haftigkeit junger Mädchen, vor meiner Tafel zu ſin⸗ gen. Mit der verlegenſten und furchtſamſten Miene ſangen ſie ein Lied voll der kühnſten und verwegen⸗ ſten Drohungen gegen England, ein Lied, deſſen Re⸗ frain, wenn ich mich recht erinnere, lautete: Die Meereng' kühn zu überſchreiten,

.Das heißt noch nicht das Meer austrinken.

Oft ſahen wir von dem Salon des Kaiſers aus die Soldaten ſeiner Garde ſich auf dem Grasplatz vor dem Schloß verſammeln; einer von ihnen nahm eine Violine und gab, indem er aufſpielte, ſeinen Cameraden Unterricht im Tanzen. Die Anfänger ſtudirten diejétés undassemblés, mit der größ⸗ ten Aufmerkſamkeit; die Gelehrteren führten den gan⸗ zen Contretanz aus. Hinter den herabgelaſſenen Ja⸗ louſieen ſchauten wir ihnen mit dem größten Ver⸗ gnügen zu. Der Kaiſer überraſchte uns öfter bei dieſer Beſchäftigung, lachte mit uns und freute ſich der unſchuldigen Vergnügungen ſeiner Soldaten.