Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

und Tapferkeit, glaubten ſchon die entgegengeſetzte Küſte erreicht zu haben. Ihre mit ſo vieler Tapfer⸗ keit gepaarte Zuverſicht erregte unwillkürlich die ge⸗ wiſſe Hoffnung auf Erfolg; aber plötzlich dann, wenn man hinüberſchaute auf dieſen undurchdringlichen Wald der Maſten auf den feindlichen Schiffen, fühlte man ſich von Furcht beängſtigt, zog ein banges Schmerz⸗ gefühl Einem das Herz zuſammen. Doch ſchien der Expedition weiter nichts mehr zu fehlen als ein günſtiger Wind.

Von allen Huldigungen, welche eine Frau em⸗ pfangen kann, haben die militairiſchen Huldigungen immer noch am meiſten den Charakter des Chevale⸗ resken, und es iſt unmöglich, ſich nicht von ihnen ge⸗ ſchmeichelt zu fühlen. Es konnte unter keinen Um⸗ ſtänden etwas Impoſanteres und Herrlicheres geben, als die Huldigungen, deren Mittelpunkt ich hier war, auch haben ſie allein bei dieſer Gelegenheit auf mich Eindruck gemacht.

Der Kaiſer gab mir zu meiner Begleitung ſei⸗ nen Stallmeiſter, den General Defrance. So wie ich mich einer Lager⸗Abtheilung näherte, waren die

Truppen unter den Waffen und manoeuvrirten vor mir. Ich hatte für einige wegen Disciplinarfehler beſtrafte Soldaten Gnade erbeten, und ward deshalb überall mit lebhaftem Enthuſiasmus begrüßt. Der ganze reitende Generalſtab escortirte meinen Wagen, und überall verkündete brillante Muſik meine An⸗ näherung. Bei dieſer Gelegenheit ſah ich zum erſten Mal die Urne, welche ein Grenadier im Bandelier trug; man ſagte mir, der Kaiſer habe, um das An⸗ denken des tapfern Latour d'Auvergne*) zu ehren,

*) Latour d⸗Auvergne, ein Abkömmling des berühmten Tü⸗ renne, war in der ganzen Armee bekannt und berühmt wegen ſeines Heldenmuths und ſeiner bei vielfacher Gelegenheit bewie⸗