Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Reſerve⸗Armee ernannt, und ſandte ihm einen Cou⸗ rier, um ihn aufzufordern, mit mir und⸗Raſerin Sohn Napoleon in das Lager von Boulogne zu kommen. Mein Gemahl wollte die Bäder, welche er in St. Amand nahm, nicht unterbrechen, aber er forderte mich auf, nach Boulogne zu gehen, und acht Tage in der Geſellſchaft des Kaiſers zuzubringen.

Der Kaiſer bewohnte bei Boulogne ein kleines Landhaus, genannt Pont de Brigue. Seine Schweſter Caroline und Murat wohnten in einer andern kleinen Villa nahe dabei. Ich logirte bei ihnen, und alle Tage begaben wir uns zum Kaiſer, um mit ihm zu diniren. Seit zwei Jahren hatten ſich unſere Trup⸗ pen im Angeſicht Englands concentrirt und Jeder⸗ mann erwartete einen Angriff. Das Lager bei Bou⸗ logne war am Ufer des Meeres errichtet, und glich einer langen und regelmäßigen Stadt. Jede Hütte hatte einen kleinen Garten, Blumen und Vögel. In der Mitte des Lagers auf einer Erhöhung befand ſich das Zelt des Kaiſers, nahe dabei das des Marſchalls Berthier. Alle auf dem Waſſer befindlichen Kriegs⸗ ſchiffe waren in einer Linie aufgeſtellt, und warteten nur auf das Signal zur Abfahrt. In der Ferne er⸗ blickte man England, und ſeine ſchönen Schiffe, welche vor der Küſte kreuzten, ſchienen eine undurchdring⸗ liche Barrière zu bilden. Dieſem großartigen Aublick gegenüber hatte man zum erſten Mal die Vorſtellung von einer bis dahin nicht geahnten unbekannten Größe, welche uns gegenüber ſtand. Alles regte hier die Phantaſie an. Dieſes unendliche Meer konnte bald ſich in ein Schlachtfeld verwandeln, und viel⸗ leicht die Elite der beiden größten Nationen verſchlin⸗ gen. Unſere Truppen, ſtolz in dem Gefühl, daß es für ſie keine Hinderniſſe gäbe, ungeduldig geworden durch eine zweijährige Ruhe, glühend vor Energie