Frankreich zu paſſiren, um nach ihrer Beſitzung in der Schweiz zurück zu kehren.
Es war anfangs die Abſicht der Herzogin, trotz der unruhigen Bewegungen, welche in der Hauptſtadt herrſchten, über Paris zu gehen, gerade um durch ihre ruhige und theilnahmsloſe Anweſenheit den Be⸗ weis zu geben, daß ſie ganz unbetheiligt ſei an all' dieſen Bewegungen und Emeuten.
Als ſie aber Louis Napoleon ihre Abſicht mit⸗ theilte, rief er mit flammenden Augen:„Wenn wir nach Paris gehen, und ich vor meinen Augen das Volk niederſäbeln ſehe, werde ich dem Verlangen nicht widerſtehen können, mich auf ſeine Seite zu⸗ ſtellen!“*)
Hortenſe ſchloß ihren Sohn angſtvoll in ihre Arme, als wollte ſie ihn an ihrem Mutterbuſen ſchützen gegen alle Gefahren, die ihn bedrohten.„Wir wer⸗ gen nicht nach Paris gehen,“ ſagte ſie,„wir werden Frankreich durchwandern, und vor den Monumenten unſeres Glückes beten gehen!“ 1
Am ſiebenten Auguſt verließ die Herzogin von St. Leu mit ihrem Sohn Louis Napoleon England und langte nach glücklicher und ſonnenheller Ueber⸗ fahrt mit ihm in Boulogne an.
Boulogne war für Hortenſe das erſte Monument des Glückes, vor dem ſie beten gehen wollte!— Dort hatte ſie einſt in der glänzendſten Epoche des Kaiſer⸗ reiches den militairiſchen Feſten beigewohnt, inmitten welcher der Kaiſer ſich vorbereitete, neuen Gefahren und vielleicht nenem Ruhm entgegen zu gehen.— Eine hohe Säule bezeichnete die Stelle, wo einſt dieſe prachtvollen Lagerfeſte ſtattgefunden. Sie war unter dem Kaiſerreiche errichtet worden, aber unter der Re⸗
*) La reine Hortense p. 276.


