Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Bourbons vermeinten, Frankreich ſehne ſich, den En⸗ kel des heiligen Ludwig, ſeinen angeſtammten König Heinrich V. wieder zu haben, die Parteigänger des Kaiſerreichs verſicherten, das neue Gouvernement ſtehe am Vorabend ſeines Sturzes, und mehr als jemals ſonſt ſehnte ſich Frankreich nach dem Sohn des Kai⸗ ſers, nach Napoleon II. Die Republikaner aber miß⸗ trauten dem Volk und der Armee und fingen an, einzuſehen, daß ſie unter einem Napoleoniden allein die erſehnten republikaniſchen Inſtitutionen erlangen könnten.*) Sie ſandten daher ihre geheimen Emiſſaire und Unterhändler ſowohl zu dem Herzog von Reich⸗ ſtadt, als auch zu Louis Napoleon.

Der Herzog von Reichſtadt, dem die Emiſſaire den Vorſchlag machten, nach Frankreich zu kommen und ſich dem Volk darzuſtellen, erwiederte:Ich kann nicht als Abenteurer nach Frankreich kommen; möge die Nation mich rufen, dann werde ich ſchon Mittel finden hinzugelangen.

Louis Napoleon erwiederte auf die Anträge, die man ihm machte: er gehöre Frankreich an, gleichviel auf welche Weiſe; er habe das bewieſen, indem er verlangt hätte, Frankreich dienen zu dürfen, aber man habe ihn zurückgewieſen. Es ſtehe ihm nicht an, durch Gewaltſtreiche die Wünſche einer Nation zur Entſcheidung zu bringen, deren Deerete ihm immer heilig ſein würden.*)

Hortenſe folgte dieſen Beſtrebungen der Kaiſer⸗ lichen und der Republikaner, ihren Sohn für ihre Sache zu gewinnen, mit angſtvollem und traurigem Herzen. Sie hoffte und glaubte nichts mehr, ſie er⸗

*) Kortenſens eigene Worte. Siehe: Voyage etc. p. 272. **) Voyage eic. p. 272.