Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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zum König von Belgien ausrufen zu laſſen. Aber der hochherzige und kluge Fürſt belächelte dieſe Zu⸗ flüſterungen. Er kannte die Herzogin noch aus den Tagen ihres einſtigen Glanzes, und er eilte jetzt, der heimathloſen Frau dieſelben Huldigungen darzu⸗ bringen, die er einſt der angebeteten, mächtigen und gebietenden Königin von Holland geweiht hatte. Er machte der Herzogin ſeinen Beſuch und unterhielt ſich mit ihr von ihrer ſchönen und glanzvollen Vergan⸗ genheit, und erzählte ihr von den Hoffnungen, die er ſelber für die Zukunft hege. Tief darniedergebeugt durch den Tod ſeiner geliebten Gemahlin, der Prin⸗ zeſſin Charlotte von England, wollte er ſich jetzt Er⸗ heiterung und Zerſtreuung in ſeinem Unglück ſuchen, indem er das Glück des Volkes zu ſeiner Aufgabe machte. Er hatte daher die Krone von Belgien, welche das Volk ihm hatte anbieten laſſen, angenom⸗ men, und war im Begriff dahin abzureiſen.

Als er nach einer langen und herzlichen Unter⸗ redung ſich von der Herzogin verabſchiedete, ſagte er mit einem feinen Lächeln:Auf Wiederſehen! Aber nicht wahr, Sie werden mir nicht auf Ihrer Durchreiſe durch Belgien mein Königreich fortneh⸗ men?

Während ſo das neue Gouvernement von Frank⸗ reich ſowohl, als auch die, gleich den Napoleoniden, im Exil befindlichen Bourbonen der Herzogin von St. Leu und ihrem Sohn weitausſehende Pläne auf Frankreich unterbreiteten, hofften die Kaiſerlichen und die Republikaner gleich ſehr auf die Einwirkung Hor⸗ tenſens auf die Geſchicke Frankreichs. Ueberall in Frankreich wie in England war man der Meinung, das junge franzöſiſche Königthum Louis Philippe's habe keine Lebensfähigkeit, weil es im Kern des Volkes keine Stütze habe. Die Parteigänger der legitimen