Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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und ihren Sohn, daß das Gerede der Welt und der Zeitungen ihr auf's Neue das Mißtrauen und Uebel⸗ wollen der franzöſiſchen Regierung zuziehen könne, daß man ſie vielleicht verhindern könne, mit ihrem Sohn zurückzukehren nach der Schweiz in ihr ſtilles Aſyl am Bodenſee, in ihr ſchönes und liebliches Are⸗ nenberg, wo ſie ſo ſchöne und friedliche Jahre der Erinnerung und des Ausruhens durchträumt hatte. Auch hatte Hortenſe ſich nicht getäuſcht. Ihr Aufenthalt in England erregte, ſobald er bekannt ward, bei allen Parteien Beſorgniß, Nengierde und Unruhe. Alle Parteien forſchten nach der Abſicht, weshalb die Herzogin mit ihrem Sohn ſich in Lon⸗ don aufhalte, alle Parteien waren überzeugt, daß ſie Pläne hege, welche den ihrigen gefährlich werden und ſie durchkreuzen könnten. Die Herzogin von Berry, welche in Bath lebte, war, ſo wie ſie die Ankunft der Herzogin von St. Leu erfahren, nach London gekom⸗ men, um von ihren Freunden die Abſichten Horten⸗ ſen's zu erforſchen. Die kühne und unternehmende Herzogin von Berry bereitete ſich eben vor, nach Frankreich zu gehen, das Volk für ſich und ihren Sohn unter die Waffen zu rufen, Louis Philipp von ſeinem uſurpirten Thron zu ſtürzen, und ihrem Sohn ſein rechtmäßiges Erbe wiederzugeben. Sie fand es daher ſo ganz natürlich, daß Hortenſe für ihren Sohn ähnliche Pläne hege, daß auch ſie den König der Franzoſen zu ſtürzen trachte, um ihren Sohn oder den Sohn des Kaiſers, den Herzog von Reichſtadt, auf dieſen Thron zu ſetzen. Dem Prin⸗ zen Leopold von Coburg hinwieder, dem die Mächte ſo eben die Krone von Belgien angeboten, hatte man die Sorge eingeflößt, die Herzogin von St. Leu ſei nach England gekommen, um ſich durch einen Hand⸗ ſtreich Belgien bemächtigen, und Louis Napoleon