Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Houdetot von dannen eilte, dem König die willkom⸗ mene Kunde zu bringen, traf die Herzogin ihre Vor⸗ bereitungen zur Reiſe, die ſie in der Frühe des nächſten Morgens mit ihrem Sohn antrat.

In vier Tagen erreichten ſie Calais; das Schiff lag bereit, welches ſie hinüber führen ſollte nach Eng⸗ land. Abermals ſollte Hortenſe als Verbannte, Flüch⸗ tige ihr Vaterland verlaſſen. Abermals war ſie aus⸗ geſtoßen, verurtheilt in der Fremde zu leben. Weil das franzöſiſche Volk noch immer ſeinen Kaiſer nicht vergeſſen konnte, fürchteten und haßten die franzöſi⸗ ſchen Könige die Familie des Kaiſers. Unter den alten Bourbonen hatte man ſie verwünſcht und ver⸗ höhnt, Louis Philipp, welcher durch das Volk zu ſeiner Krone. gelangt war, fühlte wohl, daß er es zuerſt noch ein wenig nöthig habe, dem Herzen des Volkes zu ſchmeicheln und ſeine Sympathieen zu ſchonen. Er erklärte dem Volk, daß er die tiefſte Bewunderung und Anbetung für ſeinen großen Kai⸗ ſer hege, und er erließ doch ein Verbannungsdecret gegen die in der Fremde irrenden Napoleoniden; er befahl die Vendéme⸗Säule mit der ehernen Sta⸗ tue des Kaiſers zu ſchmücken, und zur ſelben Zeit vertrieb ſein Machtgebot die Tochter und den Neffen des Kaiſers von der Schwelle Frankreichs und jagte ſie zurück in die Fremde.

Hortenſe ging, aber ſie fühlte doch an dem Wehe⸗ gefühl, das ihr Herz ergriff, daß es das Vaterland ſei, welches ſie verließ, das Vaterland, in welchem es für ſie Freunde gab, die ſie nicht wiedergeſehan, das Grab ihrer Mutter, welches ſie nicht zu beſuchen gewagt, und endlich das Grab ihres Sohnes! Aufs Neue verließ ſie alle Erinnerungen ihrer Jugend, alle die Orte und Plätze, welche ſie geliebt, und ihr Be⸗ dauern und ihre Thränen ſagten ihr, wie ſehr ſie an