Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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viel vom Volk begehrt und gekauſt würden, da fühlte ſie kaum die Kraft, die Thränen ſeliger Rührung zu⸗ rück zu drängen, die wider ihren Willen aus ihrem Herzen in ihre Augen empor ſtiegen.

Sie nahm die Portraits und eilte damit heim, um ſie dem kranken Sohne zu zeigen, um ihm da⸗ mit die Liebesgrüße Frankreichs zu bringen!

Während die Herzogin ſo getheilt zwiſchen den Erinnerungen ihrer Vergangenheit, und den Sorgen und Kümmerniſſen ihrer Gegenwart ſtill und unbe⸗ kannt ſchon ſeit zwölf Tagen in Paris verweilte, erzählten alle Zeitungen, daß es dem Heroismus der Herzogin gelungen, ihren Sohn zu erretten, und daß ſie mit ihm in Malta zu Schiff gegangen, um Louis Napoleon nach England zu führen.

Selbſt im Miniſterrathe des Königs beſchäftigte man ſich mit dieſer Reiſe, und hielt es für nothwen⸗ dig, dem König Vortrag darüber zu halten. Der Marſchall Sebaſtiani theilte daſelbſt dem König mit, daß, wie er beſtimmt wiſſe, die Herzogin von St. Leu mit ihrem Sohne in Corfü angelangt ſei. Mit leb⸗ haftem Intereſſe ſprach er von der beſchwerlichen Seereiſe, welche die Herzogin zu machen genöthigt ſei, und fragte faſt ſchüchtern an, ob es ihr nicht ge⸗ ſtattet werden könne, durch Frankreich zu reiſen?

Der König ſah faſt finſter aus, und erwiederte faſt trocken:Laſſen Sie ſie nur ihre Reiſe fort⸗ ſetzen. Caſimir Perrier neigte ſich tiefer auf das Papier, welches vor ihm lag, um ſein Lächeln nicht ſehen zu laſſen, und der Miniſter Barthe be⸗ nutzte das angeſchlagene Thema, um eine Probe ſei⸗ ner Beredtſamkeit und ſeiner Strenge zu geben, in⸗ dem er ausführte, daß ein Geſetz gegen die Herzogin exiſtire, und daß ein Geſetz eine heilige Sache ſei, welche man niemals umgehen dürfe.