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befriedigt von dem ſüßen Gefühl, ſich ihnen ſo nahe zu wiſſen!
Und wenn ſie ſo ihr Herz geſtärkt durch das Be⸗ wußtſein, ſich einigen Freunden nahe zu wiſſen, ging ſie weiter durch dieſe Straßen, in denen ſie, die Toch⸗ ter Frankreichs, jetzt eine Unbekannte, Heimathloſe und Vergeſſene war! Nein, nicht vergeſſen! Wie ſie eben ganz zufällig ihr Auge hinwandte auf den La⸗ den, an dem ſie vorübergingen, ſah ſie da in dem erleuchteten Schaufenſter ihr eigenes Porträt neben dem des Kaiſers aufgeſtellt.
Von einer ſüßen Rührung erfaßt, blieb Hortenſe ſtehen, und ſchaute die Bilder an. Die Menge ging jauchzend, ſchreiend und lärmend wie immer vorüber, und achtete nicht dieſer verhüllten dunklen Geſtalt, welche da vor dem Ladenfenſter ſtand und mit von Thränen umflorten Augen ihr eigenes Bild betrach⸗ tete.
„Man denkt alſo noch an uns,“ flüſterte ſie leiſe. „Diejenigen, welche Kronen tragen, ſind nicht zu be⸗ neiden und man ſoll ſich nicht beklagen, ſie verloren zu haben, aber ſollte wirklich die Liebe des Volkes, die zu empfangen ſo ſüß iſt, noch nicht ganz für uns erloſchen ſein?“
Dieſe gänzliche Gleichgültigkeit, mit der Frank⸗ reich das Exil der Napoleoniden aufgenommen, hatte ſie ſo tief betrübt. Sie hatte ſich nur ein Erinne⸗ rungszeichen der Treue und Liebe erſehnt, um getrö⸗ ſtet und geſtärkt in ihr Exil zurückzukehren. Und jetzt ſollte ſie es finden, jetzt gab ihr Frankreich
durch dieſe Portraits das Zeichen, daß es ſich ihrer erinnerte...
Raſch trat Hortenſe mit ihrem Begleiter in den Laden, um ihr Portrait und das des Kaiſers zu kau⸗ fen, und als man ihr ſagte, daß dieſe Portraits ſehr


