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Die Herzogin glaubte ihm. Sie glaubte ſeinen Freundſchaftsbetheuerungen und ſeiner biederen Auf⸗ richtigkeit. Sie ließ ſich von ihm zu ſeiner Gemahlin, der Königin, geleiten, und fand bei dieſer und Ma⸗ dame Adelaide dieſelbe Herzlichkeit, dieſelbe aufrich⸗ tige Theilnahme wieder, welche ihr der König bewie⸗ ſen.— Nur einmal im Lauf des Geſpräches vergaß Madame Adelaide ihrer herzlichen Geſinnung. Sie fragte die Herzogin, wie lange ſie noch in Paris zu bleiben gedenke, und als dieſe erwiederte, daß ſie noch drei Tage bleiben wolle, rief Madame mit einem Ton angſtvollen Erſchreckens:„So lange noch! Drei Tage noch! Und es ſind ſo viele Engländer hier, welche Ihren Sohn in Italien geſehen haben, und ihn hier wieder erkennen möchten!“
Aber das Schickſal ſelber ſchien die Abreiſe der Herzogin und ihres Sohnes verzögern zu wollen. Als ſie von ihrem Beſuche in den Tuilerieen heim⸗ kehrte, fand Hortenſe ihren Sohn in heftigem Fieber auf ſeinem Lager, und der herbeigerufene Arzt er⸗ klärte, daß er von einer Halsentzündung befallen ſei.
Abermals hatte Hortenſe jetzt für das Leben eines Sohnes zu zittern, und dieſer Sohn war der letzte Schatz, welchen das Schickſal ihr aus den Tagen ihrer Größe und ihres Glückes gelaſſen hatte.
Abermals ſaß die Mutter am Lager ihres Soh⸗ nes, Tag und Nacht ihn bewachend mit ihrer Liebe und ihrer Sorge. Das Leben ihres Sohnes erhal⸗ ten zu ſehen, das war jetzt ihr einziger Wunſch, ihr einziges Gebet, alles Andere trat darüber in den Hintergrund und war intereſſelos. Sie verließ das Lager des Kranken nur, wenn, wie das täglich ge⸗ ſchah, Caſimir Perrier kam, um im Namen des Kö⸗ nigs nach dem Befinden ihres Sohnes zu fragen, und in ſeltſamer Dienſtbefliſſenheit die Herzogin auf⸗


