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Mit Erſtaunen und Rührung erkannte er in der ver⸗ meintlichen engliſchen Dame die Herzogin von St. Leu, welche alle Welt auf dem Wege nach Malta glaubte, und für die ihre Freunde— welche die Strapazen einer ſo großen Reiſe für die ſchwache Geſundheit Hortenſens fürchteten— ſchon Schritte gethan, um ihr die Erlaubniß auszuwirken, ihren Weg nach England durch Frankreich zu nehmen.
Hortenſe erzählte dem tiefbewegten Grafen Hou⸗ detot von den letzten Schlägen des Schickſals, welche ſie betroffen, ſie drückte ihm ihr Verlangen aus, den König zu ſehen, um mit ihm ſelber die Zukunft ihres Sohnes zu beſprechen.
Herr von Houdetot übernahm es, den König zu benachrichtigen, und kam am nächſten Tage, um der Herzogin Bericht abzuſtatten über den Erfolg ſeiner Sendung. Er erzählte der Herzogin, daß der König laut gejammert habe über die Tollkühnheit der Her⸗ zogin, nach Frankreich zu kommen, über die Unmög⸗ lichkeit für ihn, die Herzogin zu ſehen. Er ſagte ihr ferner, daß, da der König ein verantwortliches Miniſterium neben ſich habe, er ſeinem Miniſter⸗ Präſidenten die Ankunft der Herzogin nicht habe ge⸗ heim halten dürfen, und daß demgemäß der Miniſter Caſimir Perier noch im Laufe des Tages zu der Herzogin kommen werde. 6
Wenige Stunden ſpäter kam der berühmte Mini⸗ ſter Louis Philipp's. Er kam mit einem ernſten ſtrengen Weſen, gewiſſermaßen um über die ange⸗ klagte Herzogin zu Gericht u ſitzen, aber der edle Freimuth, die ungekünſtelte Offenheit, die zarte Würde Hortenſen's entwaffneten ihn und ließen ihn bald ein feineres, höflicheres Weſen annehmen.
„Ich weiß wohl,“ ſagte ihm Hortenſe im Laufe des Geſprächs,„ich weiß, daß ich ein Geſetz verletzt


