Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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aber keinen Napoleoniden, gewählt. Sie wollte die Gaſtfreundſchaft Frankreichs, den Schutz ſeiner Ge⸗ ſetze nicht ſich erſchleichen, ſie wollte nicht mit ver⸗ hülltem Haupte einhergehen und das Gouvernement mit einem falſchen Paß und einem erborgten Namen täuſchen.

Sie hatte den Muth der Wahrheit und Aufrich⸗ tigkeit, und mit dieſem Muth wollte ſie dem König von Frankreich ſagen, daß ſie da ſei, nicht um durch ihr Daſein ſein Verbannungsdecret zu verhöhnen, nicht um gegen ſeine neue Krone zu intriguiren und durch ihr Erſcheinen die Bonapartiſten aus dem Schlaf ihres Vergeſſens aufzuſchrecken, ſondern nur, weil es kein anderes Mittel gegeben, ihren Sohn zu retten, weil ſie mit ihm Frankreich durchwandern mußte, um nach England gelangen zu können.—

Die Revolution, welche die Geſchicke der Men⸗ ſchen ſo ſeltſam durcheinander würfelt, hatte gemacht, daß die Umgebung des neuen Königs faſt nur aus den Freunden und Dienern des einſtigen Kaiſers und der Herzogin von St. Leu beſtand. Aber um dieſe nicht zu verdächtigen, wandte ſich Hortenſe jetzt an denjenigen, den ſie ſelbſt am wenigſten kannte, und deſſen Anhänglichkeit an die Familie Orleaus zu be⸗ kannt war, um durch ihr Unternehmen angezweifelt werden zu können. An Herrn von Hondetot, den Adjutanten des Königs, wandte ſich alſo Hortenſe, oder vielmehr ſie ließ ihre Geſellſchafterin, Fräulein von Maſſuyer, an ihn ſchreiben. Dieſe mußte dem Grafen anzeigen, daß ſie mit einer engliſchen Familie in Paris angekommen ſei, und Herrn von Houdetot eine Beſtellung von der Herzogin von St. Leu aus⸗ zurichten habe.

Herr von Houdetot folgte dem Ruf und kam in das Hôtel von Holland, um Fräulein Maſſuyer zu ſehen.