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Louis Napoleon unterwarf ſich den Wünſchen ſei⸗ ner Mutter, und ſchweigend und trauervoll ſetzten die beiden Pilger ihre Wanderung fort durch dieſes Land und dieſe Städte, die ſich für Hortenſe in leuchtende Grabdenkmäler verklungener Herrlichkeit verwandelten.
In Fontainebleau zeigte Hortenſe ihrem Sohne das Schloß, welches Zeuge der größten Triumphe und des bitterſten Weh's ſeines großen Oheims geweſen. Auf ſeinen Arm gelehnt, das Antlitz dicht verhüllt von dem ſchwarzen Schleier, damit Niemand ſie er⸗ kenne, durchwanderte Hortenſe jene Gemächer, jene Säle, in denen ſie einſt als machtvolle, gefeierte Kö⸗ nigin geherrſcht, und welche ſie jetzt heimlich, eine Verbannte, vom Tode Bedrohte, wiederſah. Die Die⸗ ner, die ſie geleiteten, waren noch dieſelben, welche zur Zeit des Kaiſers dort geweſen! Hortenſe erkannte ſie gar wohl; ſie wagte es nicht, ſich ihnen zu erken⸗ nen zu geben, aber ſie fühlte doch, daß auch ſie hier nicht vergeſſen worden. Sie ſah das an dem Aus⸗ druck, mit welchem der Schloßdiener ihnen die Zim⸗ mer öffnete, welche ſie eiuſt bewohnt, an dem Ton, mit welchem er ihren Namen nannte! Alles in die⸗ ſem Schloß war geblieben, wie es damals geweſen! Da waren noch dieſelben Meubles in den Zimmern, welche die Kaiſerfamilie nach dem Frieden von Tilſit bewohnt, und in denen ſie damals ſo herrliche Feſte gegeben, ſo viel Huldigungen aller Könige und Für⸗ ſten Europa's empfangen hatte, aller dieſer Könige und Fürſten, welche gekommen waren, um die Hülfe und Huld ihres Beſiegers anzuflehen! Da waren auch die Gemächer, welche der Papſt, einmal frei⸗ willig, das andere Mal gezwungen, bewohnt hatte. Ach, und da war auch dieſes kleine Cabinet, in wel⸗ chem der Kaiſer, der einſt ſo mächtige und glanzvolle Beherrſcher von Europa, der Krone entſagte, welche


