Tagen, in denen ſie jetzt lebten. Von dieſen Tagen der Demüthigung und des Vergeſſenſeins, von dieſen Tagen, in welchen das franzöſiſche Volk ſich erhoben hatte, und ſeine Löwenmähne ſchüttelnd, die Bour⸗ bonen weit fortgeſchleudert hatte von ihrem ange⸗ ſtammten Throne, weit fort aus dem Lande, welches ſie bis dahin ſtolz ihr Eigen genannt. Das Volk, indem es die Bourbonen verjagte, hatte ſich freiwillig und aus eigener Machtvollkommenheit einen andern Herrſcher gewählt, es hatte ſich ſelber einen König berufen, nicht den König von Rom, welcher in Wien als Herzog von Reichſtadt die leuchtenden Erinne⸗ rungen ſeiner Kindheit vergeſſen mußte, nicht den Sohn des Kaiſers Napoleon!— Das Volk von Frankreich hatte ſich den Herzog von Orleans zu ſeinem König auserwählt und die erſte That Louis Philippe's war geweſen, daß er das Verbannungs⸗ decret erneuerte, welches die alten Bourbonen den Napoleoniden nachgeſchleudert und welches es als ein todeswürdiges Verbrechen bezeichnete, wenn ſie es wagen ſollten, jemals den Boden Frankreichs zu betreten.
„Das Volk hat gehandelt ſeiner Freiheit und ſei⸗ nem Willen gemäß,“ ſagte Hortenſe mit einem trau⸗ rigen Lächeln, als ſie ſah, wie ihr Sohn erbleichte und ſeine Stirn ſich in Falten legte.„Ehre den Willen des Volkes, miein Sohn! Um den Kaiſer wegen der großen Dienſte, die er dem Vaterlande geleiſtet, zu belohnen, hatte Frankreich ihn mit Stim⸗ meneinheit zu ſeinem Kaiſer erhoben. Das Volk, welches giebt, hat auch das Recht wieder zu nehmen. Die Bourbonen, welche ſich als Eigenthümer Frank⸗ reichs betrachten, mögen Frankreich als ein ihnen von den Orleans geraubtes Gut reklamiren. Die Bona⸗ partiſten aber müſſen ſich erinnern, daß alle ihre


