Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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die ſie jetzt überall vernahmen, die ſie mit den ſüßen Lauten der Heimath begrüßte.

In Cannes brachten ſie die erſte Nacht zu. Welche Erinnerungen knüpften ſich für Hortenſe an dieſen Ort! In Cannes war Napoleon ans Land geſtiegen, als er von Elba wieder heimkehrte nach Frankreich, von Cannes aus hatte er mit einem kleinen Häuflein Soldaten ſeinen Weg nach Paris angetreten, und mit einer Armee war er dort angelangt. Denn überall hatte das Volk ihn mit Jubel empfangen, überall waren die Regimenter, welche man dem heranrücken⸗ den Feldherrn entgegen geſandt, mit flatternden Fah⸗ nen und klingendem Spiel zu ihm übergegangen. Carl von Labedoyére, der junge begeiſterte Anhän⸗ ger des Kaiſers, war der Erſte geweſen, der das ge⸗ than. Von Grenoble aus ſollte er dem Kaiſer mit ſeinem Regiment entgegenrücken, aber mit dem jauch⸗ zenden Ruf: vive l'empereur! ging das ganze Regi⸗ ment zu ſeinem angebeteten Feldherrn über. Schwer hatte Labedoyère den Enthuſiasmus jener Stunden büßen müſſen, denn die zum zweiten Mal heimge⸗ kehrten Bourbonen ließen ihn die dem Kaiſer be⸗ wieſene Trene mit dem Tode büßen; gleich dem Marſchall Ney ward auch Carl von Labedoyère er⸗ ſchoſſen, gleich dem Kaiſer ſelber mußte er den Triumph der hundert Tage mit ſeinem Leben und ſeiner Frei⸗ heit büßen!

An alle dieſe traurigen und ſchmerzvollen Namen der Vergangenheit dachte die Herzogin, als ſie jetzt mit ihrem Sohn in dem Zimmer eines Hötels in Cannes die erſten Stunden ruhiger Erholung genoß. In den Fauteuil zurück gelehnt, die großen Angen mit träumeriſchen Blicken zur Decke emporgerichtet, erzählte ſie dem aufhorchenden Prinzen von den Tagen, welche geweſen, ſprach ſie zu ihm von den