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um unter heißen Thränenſtrömen Gott zu danken, daß es ihr bis jetzt noch gelungen, ihren Sohn zu retten, und Gott anzuflehen, ihr auch ferner beizu⸗ ſtehen! 2
Dennoch gab es viele Geſahren zu überwinden, nech konnte der kleinſte Zufall ſie verrathen! Nicht blos darin, daß ſie alle die Orte, in denen öſterreichiſche Truppen lagen, zu paſſiren hatten, lag die Gefahr; der Paſſirſchein des Generals von Geppert diente ihnen als Schutz und Beiſtand für das, was ſie von dieſer Seite bedrohen konnte..
Die größere Gefahr konnte ihnen von Freunden kommen, von irgend Jemand, der ihren Sohn er⸗ kennen mochte, und abſichtslos ſie verrathen konnte.
Sie mußten das Großherzogthum Toscana paſ⸗ ſiren, und das war für ſie die größte Gefahr, denn dort kannte Jedermann ihren Sohn Louis Napoleon, und Jedermann konnte ſie verrathen. Möglichſt bei Nacht alſo mußte dieſer Weg zurückgelegt werden, überall hatte der vorauseilende Courier die Poſtpferde beſtellt; wie groß war daher das Entſetzen, als man auf der Station Camoscia, an der Grenze Toskana'’s, keine Pferde fand, und erfuhr, daß man erſt in eini⸗ gen Stunden deren haben könnte!
Dieſe Stunden der Erwartung und der Angſt waren fürchterlich. Hortenſe verbrachte ſie in ihrem Wagen, athemlos horchend auf jedes Geräuſch, jeden Ton, der die Luft durchbebte.
Ihr Sohn Lonuis war abgeſtiegen und hatte ſich auf die ſteinerne Bank geſetzt, welche da vor dem kleinen elenden Poſthauſe ſtand. Erſchöpſt von Kum⸗ mer und noch matt von Krankheit, unbekümmert um die Gefahren, die ihn von allen Seiten bedrohten, nicht achtend des Nachtwindes, der mit fröſteln⸗ den Schauern ſein Antlitz berührte, ließ der


