Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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— 66— d'Angely vereinigten ſich im Salon der Herzogin in St. Leu.

Immer lauter erhob ſich gegen ſie die Stimme der Feindſeligkeit, mit immer gehäſſigeren Farben wußte man am Tutllerienhofe die Verſammlungen zu ſchildern, welche in St. Leu ſtattfänden, und die arme Herzogin, welche ſtill und unbekümmert in ihren Gemächern lebte, ward das Opfer der Gehäſſigkeit und des Neides dieſer ſtolzen Damen der alten Ari⸗ ſtokratie, welche es gar nicht begreifen konnten, daß man neben ihnen noch dieſer Frau gedenken konnte, welche die Zierde des Kaiſerhofes geweſen und die man ſogar jetzt unter dem legitimen Königthum noch als liebenswürdig, geiſtreich und ſchön zu preiſen wagte.

Hortenſe hörte von den böslichen und unſinnigen Gerüchten, welche man über ſie verbreitete, und um ihrer Söhne und ihrer Freunde willen, war ſie ent⸗ ſchloſſen, ihnen ein Ziel zu ſetzen.

„Ich muß meinem lieben St. Leu entſagen und nach Paris gehen,“ ſagte ſie.„Dort wird man Alles, was ich thue, beſſer beobachten können. Die Vernunft gebietet, daß man ſich den Umſtänden füge.“

Sie entſagte alſo ihrem ſtillen und befriedigenden Aufenthalt in St. Leu und ging mit ihren Kindern und ihrem Hof nach Paris, um dort wieder ihr Hoͤtel in der Rue de la Victoire zu bewohnen. 3

Aber dies gab den Verleumdungen ihrer Feinde, welche in ihr die verkörperte Erinnerung an das Kaiſerreich ſahen, das ſie zugleich haßten und fürch⸗ teten, immer neue Nahrung.

Die Bonapartiſten kamen nach wie vor in den

Salon der Herzogin von St. Leu, und keine Ueber⸗

redung, keine Vorſtellungen konnten Hortenſen bewe⸗ gen, den treuen Freunden die Thür zu verſchließen, weil ihre Treue ſie ſelber verdächtigen könnte.