Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Um aber dem Gerede, als ob nur Anhänger des Kaiſerreichs in ihren Salon kämen, zu widerſprechen, öffnete die Herzogin fortan auch den Fremden, welche Empfehlungen an ſie brachten und ihr vorgeſtellt zu ſein wünſchten, den Zutritt zu ihrem Salon. Jedermann beeilte ſich, von dieſer Erlaubniß Ge⸗ brauch zu machen.

Vald verſammelte ſich der glänzendſte und aus⸗ erleſenſte Kreis um die Herzogin. Da waren die Großen des alten Kaiſerreichs, welche aus treuer An⸗ hänglichkeit kamen, die Fremden von Namen und Diſtinction, welche aus Bewunderung, und endlich die Ariſtokraten des legitimen Frankreichs, welche aus Neugierde kamen, um zu ſehen, ob die Herzogin von St. Leu wirklich ſo geiſtreich und liebenswürdig, ſo anmuthig und graciös ſei, ob man ſich bei ihr wirk⸗ lich ſo ungezwungen und geiſtvoll unterhalte, als es geſagt ward.

Der Salon der Herzogin von St. Leu machte

alſo in Paris noch mehr von ſich reden, als er es in St. Leu gethan. Die alten Herzoginnen und. Prinzeſſinnen, welche mit ihren Ahnen, ihren Vor⸗ urtheilen, ihren Anſprüchen und veralteten Coquet⸗ terien im Faubourg St. Germain zuſammen kamen, waren wüthend, jenes ewige Lob und ſtete Anprei⸗ ſen der reizenden Königin zu vernehmen, und ſuch⸗ ten ſich durch immer erneuerte Feindſeligkeiten an ihr zu rächen. . Es war nicht genug, daß man ſie am Hofe und in der Geſellſchaft als eine gefährliche Intriguantin verleumdete, man ſuchte auch in der Preſſe und in den Journalen gegen ſie zu wirken.

Hortenſe, wie geſagt, war die verkörperte Erin⸗ nerung an das Kaiſerreich, und man wollte ſie des⸗ halb vernichten. Broſchüren und Flugſchriften er⸗

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