Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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und leiſe hinzufügte:„de Rome et son petit papa!*)

Hortenſe, die neue Herzogin von St. Len, nahm an allen dieſen Dingen wenig Theil. Sie hatte trotz ihrer Jugend und ihrer Schönheit ſchon gewiſſer⸗ maßen abgeſchloſſen mit der Welt. Sie fühlte ſich nicht mehr als Frau, ſondern nur noch als Mutter, ſie hatte Alles, was an Zärtlichkeit, an Liebe und Güte in ihrem Herzen war, auf ihre Söhne übertra⸗ gen und lebte nur ihnen..

In ihrer ſtillen Zurückgezogenheit in St. Leu waren ihre Tage nur den Künſten, der Lectüre, dem Studium geweiht, und wenn ſie den Tag über ge⸗ malt, gedichtet, componirt und mit ihren Kindern ſich beſchäftigt hatte, ſo brachte ſie den Abend in ihrem Salon in zwangloſem, geiſtvollem Geplauder mit ihren Freunden zu.

Denn ſie hatte Freunde, welche trotz ihrer ver⸗ änderten Stellung, trotz der Dunkelheit in welche ſie ſich zurückgezogen, treu und ergeben geblieben waren, und die, trotzdem daß ſie am neuen Hofe bedeutende Stellungen einnahmen, der einſamen und entthronten Königin ihre Freundſchaft bewahrt hatten.

Mit dieſen Freunden unterhielt ſich die Herzogin von St. Leu Abends in ihrem Salon von der gro⸗ ßen und ſchönen Vergangenheit, und ganz dieſem Cultus ihrer Erinnerungen hingegeben, dachten ſie gar nicht daran, wie ſehr einer kleinlichen, argwöh⸗ niſchen und kurzſichtigen Gegenwart gegenüber, dieſes

ſtete Rückblicken, dies Beſprechen der großen ſtolzlen

Vergangenheit geeignet ſei, Verdacht zu erregen.

Denn der Herzog von Otranto, deſſen ſchlauer

Liſt es gelungen, ſich unter Ludwig XVIII. wie unter

*) Cochelet, Mémoires sur la reine Hortense. Vol. III. p. 121.