„des öffentlichen Diners der königlichen Familie,“ ward wieder eingeführt, und der Ober⸗Ceremonien⸗ meiſter hatte nicht allein Wochen lang zu dieſem wich⸗ tigen Tage ſeine Vorkehrungen zu treffen, ſondern auch der König hatte ſich damit zu beſchäftigen, und mußte zu dieſer großen Ceremonie erſt die nöthigen „Speiſebeamten,“ d. h. den Weinkoſter, den Becher⸗ beamten, den Großthürwärter und den Oberküchen⸗ meiſter ernennen.—
Bei dieſer erſten öffentlichen großen Tafel ſtand auch das berühmte, an der königlichen Tafel ganz unentbehrliche„Schiff“ wieder vor dem Platz des Königs. In dem großen Schiffbruch der Monarchie 1792 war auch das alte Schiff der Königstafel, ein uraltes Kunſtwerk, welches die Stadt Paris einſt einem König von Frankreich zum Geſchenk gemacht, verloren gegangen, und der Ober⸗Ceremonienmeiſter hatte erſt ein neues beim Juwelier des Hofes anfer⸗ tigen laſſen.
Dieſes„Schiff“ iſt eine Arbeit in vergoldetem Silber, in Form eines ſeiner Maſten und ſeines Ta⸗ kelwerkes beraubten Schiffes, und in demſelben wer⸗ den zwiſchen zwei goldenen Platten die Servietten des Königs, welche man zuvor in wohlriechendem Waſ⸗ ſer getränkt hat, aufbewahrt. Der alten Etiquette zufolge durfte Niemand, ſelbſt nicht die Prinzen und Prinzeſſinnen, an dem Schiff vorübergehen, ohne ſich tief zu verneigen, wie man das auch beim Vorüber⸗ gehen bei dem Bett des Königs thun mußte.—
Noch eine andere Mode des alten Frankreichs ſtellte der König wieder her, die Mode der„könig⸗ lichen Freundinnen.“
Auch Ludwig XVIII. ſowohl wie ſein Bruder, der Graf von Artois, hatte ſeine Freundinnen, unter denen die ſchöne und geiſtreiche Gräfin Ducayla die


