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„Wir werden alſo wieder Puder, Reifröcke und Falbles haben?“ fragte der König.
Herr von Bregé erwiderte ganz ernſthaft, er denke Tag und Nacht über dieſen Gegenſtand nach, habe aber noch immer keine, eines Groß⸗Ceremonienmeiſters des legitimen Königs würdige Entſcheidung auffinden können.
„Sire,“ ſagte der Herzog von Chartres lächelnd, „ich fordre die kurzen Beinkleider, die Schnallen und den Zopf.“.
„Aber ich,“ rief der Prinz von Poix, welcher wäh⸗ rend des Kaiſerreichs in Frankreich geblieben war,„ich fordere Schadenerſatz, wenn man uns nöthigt, zu den alten Moden und Kleidern zurückzukehren, bevor die neuen nicht verbraucht ſind. Und was die Damen anbetrifft, ſo ſchlage ich vor, daß, wenn der Herr Ober⸗Ceremonienmeiſter ſie wirklich wieder mit einem Wall von Röcken und Reifen umgeben will, er doch ſo höflich ſein wird, dieſe nicht mehr als vertugadins (Tugendwächter) zu fordern.“*)
Der Ober Ceremonienmeiſter beantwortete dieſen Spott nur mit einem tiefen und ſchmerzvollen Seufzer, und der König entſchied endlich die große Frage dahin, daß es Jedermann überlaſſen bleiben ſollte, ſich ſeinem Geſchmack und ſeinen Neigungen gemäß nach den alten oder nach den neuen Moden zu kleiden.
*) Vertugadin hieß eine Art Wulſt, welche die Damen um den Leib trugen, und welche unter Ludwig XIv. von der Marquiſe Montespan, die ihre Schw. ugerſchaft verbergen wollte, erfunden ward.— Man ſieht, das legitime Frankreich war in allen Din⸗ gen das Gegentheil der Revolutionszeit. Unter dem Conſulat war es Mode, den Zuſtand der Schwangerſchaft(die Demitermes) zu zeigen, ſelbſt wenn man ſich nicht in demſelben beſand, und die Damen des legitimen Frankreichs trugen die veringadins, um dis Schwangerichaft zu verbergen, wenn ſie ſich in dieſem Zuſtande
hefanden.


