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nicht ſo viel, um in Zügelloſigkeit zu verfallen. Ehe⸗ dem hätten mich die Steuern, durch meinen einfachen Willen feſtgeſetzt, verhaßt gemacht, jetzt iſt es Frank⸗ reich ſelbſt, das ſich beſteuert. Ich kann gar nichls Anderes mehr, als nur Gutes thun und Gnade üben, denn was das Böſe betrifft, ſo fällt deſſen Verant⸗ wortlichkeit ganz und gar auf die Miniſter.“*)
Während ſeine Miniſter alſo nach der Charte re⸗ gierten und„Böſes“ thaten, beſchäftigte ſich der Kö⸗ nig, der„nur noch Gutes zu thun hatte,“ damit, die ſchweren und gewichtigen Fragen der alten Etiquette wieder aufzuſtellen.
Eines der wichtigſten Capitel dieſer Etiquette war die Frage nach den Moden, welche man jetzt am Hofe einführen wollte. Denn unmöglich konnte man doch daran denken, die Moden des Kaiſerreichs zu adopti⸗ ren und dadurch am Hofe anzuerkennen, daß wirklich eine Veränderung ſeit 1789 eingetreten ſei.
Man wollte nicht blos in der Politik, ſondern auch in der Mode eine Contre Revolution durchführen, und dieſe große Angelegenheit beſchäftigte vor der erſten großen Cour, welche der König in den Tuile⸗ rieen ſtattfinden laſſen wollte, wochenlang die Groß⸗ würdenträger des Hofes. Da ſie aber mit ihrer Weisheit nicht zu Stande kommen konnten, hielt der König endlich mit ſeinen vertrauteſten Freunden und Freundinnen eine Geheimrathsſitzung über dieſen wich⸗ tigen Gegenſtand, der leider durch die„Charte“ nicht entſchieden worden war.
Der Groß Ceremonienmeiſter Marquis de Bregé erklärte dem König, daß es durchaus unziemlich er⸗ ſcheine, die Moden des Kaiſerreichs auf den Hof des legitimen Königs von Frankreich zu übertragen.
*) Mémoires d'une femme de qualité. Vol. I. p. 410.


