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Letzteren hatte auf ihre Serviette einen kleinen grü⸗ nen Baumzweig gelegt, den ſie ihrer Gewohnheit ge⸗ mäß immerfort zwiſchen den Fingern drehte, während ſie ſprach. Die Unterhaltung war ſehr belebt, und es war drollig anzuſehen, wie Frau von Staöl geſti⸗ culirte und immer den kleinen Zweig herumdrehte. Man hätte denken können, eine Fee habe ihr dieſen Talisman gegeben, und daß von dieſem Zweig ihr Genie abhängig ſei.
Man ſprach von Tonſtantinopel, welches einige der anweſenden Herren kannten. Frau von Stasl meinte, es wäre eine köſtliche Rolle für eine geiſt⸗ reiche Frau, dem Sultan den Kopf zu verdrehen, und ihn dann zu nöthigen, ſeinen Türken eine Con⸗ ſtitution zu geben. Die Freiheit der Preſſe war beim Nachtiſch auch ein Gegenſtand der Unterhaltung.
Frau von Staöl ſetzte mich in das äußerſte Er⸗ ſtaunen, nicht ſowohl durch den Glanz ihres Genie's, ſondern auch durch den tiefen Ernſt, mit dem ſie dergleichen Fragen behandelte, denn die Mode erlaubte es bis dahin den Frauen nicht, ſolche zu beſprechen. Die Unterhaltungen der Salons hatten immer Meta⸗ phyſik, die Moral, das Sentiment, den Heroismus oder dergleichen zum Gegenſtand, der Kaiſer abſor⸗ birte alle Politik für ſich. Seine Epoche war die der Actionen, und wir dürfen es mit Stolz ſagen, der großen Actionen, wie die ihm folgende Epoche die der großen Worte, der Reden, der politiſchen und literariſchen Controverſen war.
Frau von Staöl ſprach mit der Königin von deren Romanze:„Fais ce que dois, advienne que pourra.“
„In meinem Exil, welches Sie ſo gütig aufzu⸗ heben ſuchten,“ ſagte ſie,„ſang ich oft dieſe Romanze und dachte dabei an Sie.“


