Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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gegen ein Unwetter dar, und wir ſollten das bald erfahren. Der Regen goß in Strömen, und wir kehrten alle ganz durchnäßt ins Schloß zurück.

Dort ward ein Zimmer hergerichtet und den Damen angeboten, damit ſie ein wenig die Unord⸗ nung ihrer Toilette, welche das Unwetter veranlaßt hatte, reſtauriren könnten. Ich blieb lange bei ihnen, von den Fragen zurückgehalten, womit mich Frau von Staöël in Bezug auf die Königin und ihre Söhne wahrhaft überfluthete. Man war jetzt nicht mehr geiſtreich, ſondern reinigte, friſirte und ruhete ſich aus mit einem gänzlichen Verleugnen des geiſtigen Aufwandes, deſſen Fülle ich noch einen Moment vor⸗ her hatte bewundern können. Ich ſagte zu mir ſel⸗ ber:„Da ſind ſie alſo, wie alle Welt, in den ein⸗ fachen Naturzuſtand, in das„terre-A- terre“ des poſitiven Lebens zurückgekehrt, dieſe beiden berühmten Frauen, die man aller Orten mit ſo viel Zuvorkom⸗ menheit empfängt und aufſucht. Da ſind ſie, durch⸗ näßt wie ich ſelber und eben ſo wenig poetiſch.“— Wir waren wirklich hinter den Couliſſen, aber die Scene ſollte bald wieder beginnen.

Stimmen ließen ſich unter dem Fenſter hören, ein deutſcher Accent machte ſich unter den anderen Stimmen hörbar, und ſogleich riefen die beiden Da⸗ men:„Ach, das iſt der Prinz Auguſt von Preußen!“

Keiner im Hauſe ahnte, daß der Prinz kommen wollte, und dies Zuſammentreffen mit den beiden

Damen hatte daher durchaus das Anſehen eines Zu⸗ falls. Er kam einfach, um der Königin einen Beſuch

zu machen, und es war ſo nahe um die Mittagszeit, daß man nicht umhin konnte, ihn zum Bleiben ein⸗ zuladen. Das war es ohne Zweifel, was er wünſchte.

„Der Prinz hatte zur Rechten die Königin und Frau von Stasl zu ſeiner Linken. Der Diener der