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len können, daß dies Buch gerade zur Zeit erſchienen war, als ihr älteſter Sohn in Holland geſtorben war. Der König, unruhig darüber, ſie ſo ganz in ihren Schmerz verſenkt zu ſehen, glaubte, nach dem Rath Corviſart’'s, daß man ſie um jeden Preis dieſem dumpfen Geiſtesſchmerz entreißen müſſe. Man be⸗ ſchloß, daß ich ihr Corinna vorleſen ſolle. Sie war nicht im Stande, große Aufmerkſamkeit darauf zu verwenden, aber unwillkührlich war doch einige Erin⸗ nerung an dieſen Roman in ihr zurückgeblieben. Mehrmals hatte ich ſeitdem die Corinna noch ein⸗ mal der Königin vorleſen wollen, aber ſie hatte es verweigert.„Nein, nein,“ ſagte ſie mir, noch nicht, dieſer Roman hat ſich mit meinem Kummer indenti⸗ ficirt. Sein Name ſchon ruft mir die entſetzlichſte Zeit meines Lebens zurück. Ich habe noch nicht den Muth, dieſe ſchmerzlichen Eindrücke zu erneuern.“ Ich allein hatte alſo errathen können, was die Königin ſo verlegen und bewegt machte, als ſie die Fragen beantwortete, die man wegen der Corinna au ſie richtete. Aber die Autorin mußte natürlich darin Gleichgültigkeit für ihr Meiſterwerk erblicken, und ich
ſagte der Königin am andern Tage, es wäre beſſer geweſen, der Frau von Staël den Grund ihrer Ver⸗
wirrung zu geſtehen. „Frau von Staël würde mich nicht verſtanden
haben,“ ſagte ſie;„jetzt bin ich in ihrer Meinung
verloren; ſie wird mich für ſehr ſimple halten, aber es war nicht der Moment, um von mir und meinen ſchmerzlichen Eindrücken zu ſprechen. 3
Der große Char-Abanc ward immer den ſchön⸗ ſten Wagen vorgezogen(obgleich er ganz einfach aus zwei gegeneinander befindlichen mit Kiſſen belegten
Holzbänken beſtand), weil er der Converſation gün⸗ 5
ſtiger war. Aber er bot durchaus keine Sicherbeit
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